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Qualität, Sicherheit, Marktzugang – Warum die Einführung von AQAP jetzt strategisch notwendig ist

  • Feb 12
  • 2 min read

Updated: Feb 16


Was sind die Zusammenhänge zwischen – vermeintlich unabhängigen – Themen Qualität, Sicherheit sowie Marktzugang und der strategischen Bedeutung von AQAP im Verteidigungsumfeld.



ISO 9001 als Basis – AQAP als verteidigungsspezifische Erweiterung


Die AQAP-Standards (Allied Quality Assurance Publications) sind NATO-Qualitätsanforderungen für Lieferanten im Verteidigungsbereich.



Sie bauen systematisch auf der ISO 9001 auf und ergänzen diese um spezifische militärische Anforderungen, insbesondere zu:

  • staatlicher Qualitätssicherung (Government Quality Assurance – GQA)

  • Konfigurationsmanagement

  • Risikomanagement

  • Dokumentations- und Nachweispflichten

  • Lieferkettenkontrolle

  • Produktsicherheit und -rückverfolgbarkeit


Beispiel:

AQAP 2110 baut auf ISO-9001-Inhalte auf, ergänzt jedoch zusätzliche vertraglich verbindliche NATO-Anforderungen.


Wichtig:

AQAP ist kein Ersatz der ISO 9001, sondern eine vertraglich eingeforderte Erweiterung des bestehenden Qualitätsmanagementsystems gem. ISO 9001.


AQAP ist kein „Zertifizierungsstandard“, sondern Vertragsanforderung


Der entscheidende Punkt: AQAP ist kein freiwilliges Gütesiegel, sondern wird in Verteidigungsverträgen ausdrücklich gefordert. Das ist der typische Ablauf:

  • Öffentlicher Auftraggeber (z. B. BAAINBw oder andere NATO-Beschaffungsstellen)

  • schreibt AQAP im Vertrag verbindlich vor

  • Unternehmen müssen nachweisen, dass ihr QM-System AQAP-konform ist

  • Nationale Behörden entsenden Government Quality Assurance Representatives (GQAR) mit umfassenden Einsichts- und Prüfungsrechten und prüfen auf Einhaltung – auch innerhalb der Lieferkette.


Ohne AQAP-Fähigkeit ist eine Teilnahme an bestimmten Ausschreibungen daher faktisch nicht möglich. Damit wird AQAP zur Marktzugangsvoraussetzung im Verteidigungssektor, auch in der Lieferkette.


Integration in ein Integriertes Managementsystem (IMS)


Da AQAP strukturell auf ISO 9001 aufsetzt (High-Level-Structure), kann es effizient in ein bestehendes Managementsystem integriert werden. Ein typisches IMS im Verteidigungsumfeld kombiniert:


  • ISO 9001 → Qualitätsmanagement

  • AQAP 2110 / 2310 / 2210 → Verteidigungsspezifische Vertragsanforderungen

  • ISO 27001 → Informationssicherheitsmanagement

  • ggf. ISO 14001 / 45001


Die Integration vermeidet:

  • doppelte Dokumentation

  • parallele Prozesse

  • widersprüchliche Regelwerke


Warum ISO 27001 im Verteidigungsbereich zunehmend strategisch ist


Im Verteidigungsumfeld spielen folgende Aspekte eine zentrale Rolle:

  • Schutz von Verschlusssachen

  • Schutz technischer Spezifikationen

  • Schutz militärischer Entwicklungsdaten

  • Schutz von Lieferketteninformationen

  • Abwehr staatlicher Cyberangriffe


Während AQAP primär Qualität und vertragliche Konformität regelt, adressiert die ISO 27001 systematisch den Schutz sensibler Informationen. In Kombination entsteht:

  • robuste Prozessqualität (ISO 9001)

  • vertragliche Verteidigungsfähigkeit (AQAP)

  • nachweisbare Informationssicherheit (ISO 27001)

  • umgesetzte NIS2-Regulatorik (über 90%)


Das wird insbesondere relevant bei internationalen NATO-Kooperationen, sicherheitskritischen Entwicklungsprojekten und in Lieferketten mit Geheimhaltungsanforderungen!


Strategische Bedeutung für Unternehmen


Unternehmen im Verteidigungsbereich profitieren mehrfach:


  • Marktzugang: AQAP ist häufig Voraussetzung für Vertragsabschluss.

  • Wettbewerbsvorteil: Kombination aus AQAP + ISO 27001 signalisieren Qualitätsreife, Sicherheitsreife und regulatorische Kompetenz.

  • Risikominimierung: Gerade in Zeiten hybrider Bedrohungen und Cyberangriffe wird Informationssicherheit zu einem zentralen Bewertungsfaktor bei Vergaben.

  • Internationale Anschlussfähigkeit: AQAP ist NATO-weit harmonisiert – das erleichtert internationale Projekte.


Marktzugang dank Qualität, Sicherheit, Marktzugang


AQAP gewinnt nicht nur an Bedeutung – es ist im Verteidigungssektor faktisch ein Eintrittsticket für Aufträge.


In Kombination mit ISO 9001 entsteht ein belastbares Qualitätsmanagementsystem, das auch zusammenhängt, denn ohne ISO 9001 – Zertifizierung kann es keine AQAP-Freigabe vom Prüfer geben!


Wird dieses zusätzlich mit ISO 27001 (oder ©TISAX*) integriert, entsteht ein strategisch starkes, sicherheitsorientiertes Managementsystem, das sowohl vertragliche als auch sicherheitspolitische Anforderungen erfüllt und für betroffene Branchen auch leicht auf NIS2-Anforderungen angepasst werden kann. Denn wer schon die ISO 27001 dem Risiko angemessen implementiert hat, erfüllt bereits über 95% der Anforderungen von NIS2.


Gerade angesichts steigender Verteidigungsausgaben und zunehmender Cyberbedrohungen wird diese Kombination für Unternehmen zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor.


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*©TISAX ist ein Markenzeichen der ENX Association und steht in keiner Weise mit der Opexa Advisory GmbH oder QM Experts GmbH in irgendeinem Zusammenhang.

 
 
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